Ach weh mir unglückhaftem Mann

Richard STRAUSS (1864-1949)
Text: Felix Dahn

Ach weh mir unglückhaftem Mann,
daß ich Geld und Gut nicht habe
Sonst spannt’ ich gleich vier Schimmel an
und führ’ zu dir am Trabe.

Ich putzte sie mit Schellen aus,
daß du mich hört’ von Weiten,
Ich steckt’ ein’n großen Rosenstrauß an meinem linke Seiten,
Und käm’ ich an dein kleines Haus,
thät’ ich mit der Peitsche schlagen.

Da gutcktest du zum Fenster ‘naus:
Was willst du? thä’st du fragen.
“Was soll der große Rosenstrauß,
die Schimmel an dem Wagen?”

“Dich will ich, rief ich, komm heraus!”
da thät’st du nimmer fragen.
“Nun, Vater, Mutter, seht sie an
und küßt sie rasch zum Scheiden,
Weil ich nicht lange warten kann,
meine Schimmel wollen’s nicht leiden.”

Ach weh mir glückhaftem Mann,
daß ich Geld und Gut nicht hab’.

September 9th, 2005   |  Permalink  |  Filed under: Strauss, Richard

Traum durch die Dämmerung, Op. 29 no. 1

Richard STRAUSS (1864-1949)
Text: Otto Julius Bierbaum (1865-1910)

Weite Wiesen im Dämmergrau;
die Sonne verglomm, die Sterne ziehn,
nun geh’ ich hin zu der schönsten Frau,
weit über Wiesen im Dämmergrau,
tief in den Busch von Jasmin.

Durch Dämmergrau in der Liebe Land;
ich gehe nicht schnell, ich eile nicht;
mich zieht ein weiches samtenes Band
durch Dämmergrau in der Liebe Land,
in ein blaues, mildes Licht.

English Translation by Emily Ezust

Broad meadows in the grey twilight;
the sun’s light has died away and the stars are moving.
Now I go to the loveliest of women,
across the meadow in the grey twilight,
deep into bushes of jasmine.

Through the grey twilight to the land of love;
I do not walk quickly, I do not hurry.
I am drawn by a faint, velvet thread
through the grey twilight to the land of love,
into a blue, mild light.

February 20th, 2005   |  Permalink  |  Filed under: Strauss, Richard

Befreit, Op. 39 no. 4

Richard STRAUSS (1864-1949)
Text: Richard Fedor Leopold Dehmel (1863-1920)

Du wirst nicht weinen. Leise
Wirst du lächeln und wie zur Reise
Geb’ ich dir Blick und Kuß zurück.
Unsre lieben vier Wände, du hast sie bereitet,
Ich habe sie dir zur Welt geweitet;
O Glück!

Dann wirst du heiß meine Hände fassen
Und wirst mir deine Seele lassen,
Läßt unsern Kindern mich zurück.
Du schenktest mir dein ganzes Leben,
Ich will es ihnen wieder geben;
O Glück!

Es wird sehr bald sein, wir wissen’s beide,
Wir haben einander befreit vom Leide,
So gab ich dich der Welt zurück!
Dann wirst du mir nur noch im Traum erscheinen
Und mich segnen und mit mir weinen;
O Glück!

English Translation by Emily Ezust

You will not weep. Gently
you will smile, and as before a journey,
I will return your gaze and your kiss.
Our dear four walls you have helped build;
and I have now widened them for you into the world.
O joy!

Then you will warmly seize my hands
and you will leave me your soul,
leaving me behind for our children.
You gave me your entire life,
so I will give it again to them.
O joy!

It will be very soon, as we both know -
but we have freed each other from sorrow.
And so I return you to the world!
You will then appear to me only in dreams,
and bless me and weep with me.
O joy!

February 20th, 2005   |  Permalink  |  Filed under: Strauss, Richard

Himmelsboten, Op. 32 no. 5

Richard STRAUSS (1864-1949)

Der Mondschein, der ist schon verblichen,
die finstre Nacht ist hingeschlichen;
steh auf, du edle Morgenröt’,
zu dir all mein Vertrauen steht.

Phöbus, ihr Vorbot’ wohlgeziert,
hat schon den Wagen angeschirrt,
die Sonnenross’ sind vorgespannt,
Zügel ruht in seiner Hand.

Ihr Vorbot’, der Don Lucifer,
schwebt allbereits am Himmel her,
er hat die Wolken aufgeschlossen,
die Erd’ mit seinem Tau begossen.

O fahrt vor ihr Schlafkämmerlein,
weckt leis die süße Liebste mein,
verkündet ihr, was ich euch sag’:
Mein Dienst, mein Gruß, ein’ guten Tag.

Doch müßt ihr sie fein züchtig wecken,
dabei meine heimliche Lieb’ entdecken,
sollt sagen, wie ihr Diener wacht
so kummervoll die ganze Nacht.

Schaut für mich an die gelben Haar’,
ihr Hälslein blank, ihr Äuglein klar;
küßt ihr für mich den roten Mund
und, wenn sie’s leid’t, die Brüstlein rund.

English Translation by Emily Ezust

The moonlight has turned pale already
and the dark night has slunk away;
awaken, noble Dawn,
all my assurance lies with you.

Phoebus, your well-adorned herald,
has already harnessed his chariot;
the sun-steeds are ready
and his riding whip lies in his hand.

Your other herald, Don Lucifer,
hovers ready in the sky:
he has unlocked the clouds
that sprinkle the earth with his dew.

O travel past her bedroom chamber,
awaken gently my sweet love,
declare to her what I say to you:
my servitude, my greeting, and a good day.

But you must awaken her very discreetly,
revealing my secret love thereby,
and you should tell her that her servant stands in vigil
through the entire night, full of heartache.

Look for me at her yellow hair,
her bare throat, her clear eyes;
kiss her red mouth for me
and, if she suffers it, her round breast.

February 19th, 2005   |  Permalink  |  Filed under: Strauss, Richard

Morgen!, Op. 27 no. 4

Richard STRAUSS (1864-1949)
Text by John Henry Mackay (1864-1933)

Und morgen wird die Sonne wieder scheinen,
Und auf dem Wege, den ich gehen werde,
Wird uns, die Glücklichen, sie wieder einen,
Inmitten dieser sonnenatmenden Erde…

Und zu dem Strand, dem weiten, wogenblauen,
Werden wir still und langsam niedersteigen,
Stumm werden wir uns in die Augen schauen,
Und auf uns sinkt des Glückes stummes Schweigen…

English Translation by Emily Ezust

And tomorrow the sun will shine again,
and on the path I will take,
it will unite us again, we happy ones,
upon this sun-breathing earth…

And to the shore, the wide shore with blue waves,
we will descend quietly and slowly;
we will look mutely into each other’s eyes
and the silence of happiness will settle upon us.

February 15th, 2005   |  Permalink  |  Filed under: Strauss, Richard

Thomas Hampson
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